Heimaufnahme

Finanzierung des Wohnens im AWO Sozialzentrum

Geldauszahlung in der Verwaltung

Da die Frage der Finazierung generell vor dem Heimeinzug geklärt werden sollte, wollen wir Sie nachfolgend über verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung des Heimplatzes informieren.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung beteiligt sich an den Kosten für die Pflege in einer vollstationären Einrichtung (§ 43 SGB XI). Voraussetzung ist die Zuweisung eines Pflegegrades. Der zugewiesene Pflegegrad geht aus einem schriftlichen Bescheid hervor, den der Pflegebedürftige von der Pflegekasse erhält, bei der er versichert ist. Die Einstufung basiert auf dem Gutachten des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Den Antrag auf Leistungen für vollstationäre Pflege sollten Sie vor Heimeinzug bei der Pflegekasse stellen. Die maximale monatliche Leistung der Pflegekasse entnehmen Sie bitte der Preisliste. Wenn Sie Mitglied in der gesetzlichen  Pflegeversicherung sind, verrechnen wir die Zuschüsse direkt mit Ihrer Pflegekasse.

Sozialhilfe

Wenn die Leistungen der Pflegekasse, Wohngeld sowie eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, um die Heimkosten zu decken, können Leistungen nach dem SGB XII in Anspruch genommen werden. Einzelheiten klären Sie bitte mit dem zuständigen Sozialamt. Für Personen, die ihren bisherigen ersten Wohnsitz in Mittelfranken haben, ist der Bezirk Mittelfranken zuständig:


Bezirk Mittelfranken
Sozialhilfeverwaltung
Postfach 617 (Hausadresse: Danziger Straße 5)
91522 Ansbach
Tel. 0981 / 46 64 - 22 01

Der Antrag auf Sozialhilfe sollte auf jeden Fall vor Heimeinzug gestellt werden, denn Sozialhilfe wird erst ab dem Datum der Antragstellung gewährt.
Bezieher von Sozialhilfe erhalten ein Taschengeld (Barbetrag) dessen Höhe an den Regelsatz der Sozialhilfe gekoppelt ist und jährlich angepasst wird. Die Auszahlung kann über unsere Verwaltung erfolgen.

Wohngeld

Zur Finanzierung der Investitionskosten kann Wohngeld sowohl Sozialhilfeempfängern als auch Selbstzahlern gewährt werden. Denn bei der Prüfung des Wohngeldanspruchs werden nur Einkünfte aus Vermögen (z.B. Zinsen, Mieten, Pacht) nicht aber die Leistung der Pflegekasse und das Vermögen selbst berücksichtigt. Bei Beziehern von Sozialhilfe stellt das Sozialamt den Antrag und vereinnahmt das Wohngeld. Der Antrag kann bei der Wohngeldstelle der Stadt Erlangen gestellt werden:

Stadt Erlangen
Wohngeldstelle
Postfach 31 60 (Hausadresse: Rathausplatz 1)
91051 Erlangen
Tel. 09131 / 86 - 0

Blindengeld

Blindengeld ist eine einkommensunabhängige Leistung und kann beim Versorgungsamt beantragt werden:

Versorgungsamt
Bärenschanzstr. 8a
90429 Nürnberg
Tel.: 0911 / 928 - 0

Finanzierung zeitlich befristeter Heimaufenthalte

Zeitlich befristete Aufenthalte im AWO Sozialzentrum lassen sich mit Hilfe von Kurzzeit-, Verhinderungspflege oder im Rahmen von Krankenhausnachsorge finanzieren. Kurzzeit- und Verhinderungspflege lassen sich auch miteinander kombinieren.

Kurzzeitpflege gemäß § 42 SGB XI

Voraussetzung für die Finanzierung der Kurzzeitpflege durch die Pflegeversicherung ist die Zuweisung von mindestens Pflegegrad 2.

Verhinderungspflege gemäß § 39 SGB XI

Ist eine Pflegeperson (z.B. pflegende Angehörige, Lebenspartner, Bekannte) wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen Gründen verhindert, die häusliche Pflege durchzuführen, hat der Pflegebedürftige Anspruch auf Verhinderungspflege. Voraussetzug ist, da ist dass der Pflegebedürftige seit mindestens sechs Monaten zu Hause gepflegt wird sowie die Zuweisung von mindestens Pflegegrad 2.

Für Kurzzeit- und Verhinderungspflege gilt gleichermaßen

Die Pflegeversicherung übernimmt Aufwendungen bis zu 1.612,00 €, die wir direkt mit Ihrer Pflegekasse abrechnen. Die Zahlung des Pflegegeldes für die Pflege zu Hause wird während der Dauer des Heimaufenthaltes eingestellt. Da die Pflegekasse nur die pflegebedingten Aufwendungen übernimmt, sind die Tagessätze für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionen selbst zu entrichten (Ihren täglichen Eigenanteil entnehmen Sie bitte unserer Preisliste). In begründeten Ausnahmefällen können diese Beträge auch von der Sozialhilfe übernommen werden.

Übertragungsmöglichkeiten

Leistungen aus der Verhinderungspflege können zu 100% auf die Kurzzeitpflege übertragen werden, so dass sich im Rahmen der Kurzzeitpflege kalenderjährlich ein maximaler Anspruch von 3.224,00 € ergibt.
Leistungen aus der Kurzzeitpflege können zu 50% auf die Verhinderungspflege übertragen werden, so dass sich im Rahmen der Verhinderungspflege kalenderjährlich ein maximaler Anspruch von 2.418,00 € ergibt.

Krankenhausnachsorge / Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit gem. § 39b SBG V

Wenn Sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen erhöhten Bedarf an Pflege und/oder hauswirtschaftlicher Unterstützung haben, der mit Angeboten der häuslichen Krankenpflege nicht ausreichend gedeckt werden kann, kommt die sogenannte "Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit" in einer stationären Einrichtung in Betracht. In diesem Fall übernimmt die Krankenversicherung Aufwendungen bis zu 1.612,00 €, die wir direkt mit Ihrer Krankenkasse abrechnen.
Da (analog zur regulären Kurzzeitpflege) nur die pflegebedingten Aufwendungen übernommen werden, sind die Tagessätze für Unterkunft und Verpflegung sowie für Investitionen selbst zu entrichten (Ihren täglichen Eigenanteil entnehmen Sie bitte unserer Preisliste). In begründeten Ausnahmefällen können diese Beträge von der Sozialhilfe übernommen werden.

Entlastungsbetrag

Sofern die Zuweisung eines der Pflegegrade 1 bis 5 erfolgt ist, kann ein monatlicher zusätzlicher Entlastungsbetrag in Höhe 125,00 € monatlich in Anspruch genommen werden. Erstattungsfähig sind folgende Leistungen:

  • Kurzzeitpflege
  • Tages- und/oder Nachtpflege
  • Spezielle Betreuungsangebote

Bitte stellen Sie den Antrag auf Kostenübernahme für vollstationäre Pflege in jedem Falle vor Einzug ins AWO Sozialzentrum bei Ihrer Pflegekasse bzw. Beihilfestelle.